Der Neuseeländer Laurence Pithie aus dem Team Red Bull-BORA-hansgrohe hat die 108. Auflage von Rund um Köln nach 191 Kilometern und 4:12:36 Stunden gewonnen. In einem dramatischen Sekundenpoker führte der 23-Jährige ein Trio ins Ziel, das sich gut 55 Kilometer vor dem Ziel vom Hauptfeld abgesetzt hatte, bevor es zum zweiten Mal die Bergwertung bei Sand und den Kopfsteinpflaster-Anstieg zum Schloss Bensberg hinaufging. Von da an führte er zusammen mit dem Briten Fred Wright und dem Belgier Aime de Gendt bis zu einer Minute vor dem Hauptfeld mit dem großen Favoriten Jordi Meeus aus Belgien, der wie Pithie für das Team Red Bull-BORA-hansgrohe fährt.
So war es die Aufgabe der anderen Teams, für die Sprinter in den eigenen Reihen das Feld bis zum Ziel am Rheinauhafen wieder heranzuführen. Doch das gelang nicht. Das Spitzentrio kämpfte um jede Sekunde. Gut 20 Kilometer vor dem Ziel war ihr Vorsprung schon auf zehn Sekunden zusammengeschrumpft, aber näher heran kam das Feld nicht mehr. Am Ende triumphierte Laurence Pithie vor Fred Wright, der schon vor dem Start angekündigt hatte, mit seinem Team Pinarello-Q36.5 das Rennen so schwer machen zu wollen, dass nur eine kleine Gruppe in den Zielsprint geht. Dritter wurde sein Teamkollege Aime de Gendt, der nicht mehr um den Sieg mitsprintete.
Auf Rang vier landete als bester deutscher Fahrer Tobias Müller von den Unibet Rose Rockets, der den Spurt des Hauptfeldes sechs Sekunden nach dem Sieger vor Jordi Meeus gewann. „Es war ein superwichtiges Rennen für unser Team“, sagte Laurence Pithie von Red Bull-BORA-hansgrohe im Ziel. „Wir hatten mehrere Karten, die wir spielen konnten. Eine davon war natürlich Jordi, aber als ich vorn war, hatte ich die Option zu gewinnen. Ich bin sehr glücklich, das geschafft zu haben. Die letzten zehn Kilometer waren sehr hart“
Der erste Teil von Rund um Köln war 2026 von einer fünfköpfigen Ausreißergruppe dominiert, die sich 160 Kilometer vor dem Ende aus dem Hauptfeld verabschiedet hatte. Die beiden Deutschen Ole Theiler aus dem Team REMBE® rad–net und Silas Koech vom Team Lotto Kern-Haus Outlet Montabaur fuhren zusammen mit Rik van der Wal (Niederlande/EEW-VDK Cyclingteam), Joshua Amos Gudnitz (Dänemark/Team Coloquick) und Michael Kukrle (Tschechien/Kasper Crypto4Me) fuhren fast 100 Kilometer an der Spitze mit bis zu zwei Minuten Vorsprung. 60 Kilometer vor dem Ziel wurden die fünf eingeholt, aber Silas Koech belohnte sich am Ende mit dem Gewinn der Sprint- und Bergwertung bei Rund um Köln 2026.
In dieser Phase des Rennens leistete Kölns Radsportstar Nils Pollit mit dem deutschen Nationalteam viel Arbeit in der Verfolgung, bevor er am Ende mit dem Hauptfeld als 54. ankam. „Das Rennen war in Ordnung. Wir sind mit der Nationalmannschaft schon früh offensiv gefahren und haben uns gut präsentiert. Am Ende war alles in der Hand von Red Bull-Bora Hansgrohe, die haben das dann gut gespielt und verdient gewonnen“, sagte der gebürtige Kölner, der 2021 eine Etappe bei der Tour de France gewonnen hat.